Die Ausstellung how’s the surf in der Galerija Ulika beginnt im Körper der Künstlerin. Angelika Wienerroither malt, wie sie sich fühlt, wenn sie die Wellen des Atlantik surft. Wie die Erinnerungen ihres Körpers – die immer wieder aufgerufen, verändert und wie Sedimente geschichtet werden – werden Bögen aus transparentem Papier übereinandergelegt, auf denen Tuschezeichnungen zu sehen sind. Die blaue Tusche wird auch verwendet, um handgeschöpftes Papier zu färben, das an den Rändern eingerissen sind. Die Tusche wurde verdünnt, die Bögen wieder und wieder übermalt.
Die künstlerische Praxis der Künstlerin steht im Zusammenhang mit autotheory, einem Begriff, den Lauren Fournier 2022 prägte. Autotheory bedeutet, durch den eigenen Körper zu theoretisieren – durch das eigene Dasein in dieser Welt im Verhältnis zu bestehender Theorie. Ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle sind relevant – ebenso wie ihr Standort. Denn was sie denkt, hängt von ihrer Position ab. Ihre Kunst verändert sich am Meer. Angelika Wienerroither hat sich entschieden, auf dem Pier zu malen; sie hört die Wellen, atmet die salzige Luft. Sie prüft den Wetterbericht – wie auch beim Surfen – wird aber dennoch vom Regen überrascht, vom Wind, der das Papier davonweht, von der Flut, die den Pier überspült. Ihre Arbeit entsteht mit der Natur, nicht getrennt von ihr.
Angelika Wienerroither verwendet eine kalligrafische Geste für ihre Malerei. Ihre Pinsel sind an Holzstäben befestigt, das Papier liegt auf dem Boden. Sie malt im Stehen und entwickelt dabei eine Sprache für das Gefühl, sich auf der Spitze der Welle zu befinden – in perfektem Gleichgewicht.



